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Tee aus Panda-Kot

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Einen Kaffee aus dem Kot von indonesischen Schleichkatzen – den Kopi Luwak Kaffeegibt es ja schon lange. Die Tiere fressen Kaffeekirschen, von denen im Magen durch den Verdauungsprozess die äußere Schicht abgetragen wird. Die übrig gebliebenen Kaffeebohnen werden von den Schleichkatzen wieder ausgeschieden und anschließend in mühevoller Handarbeit aufgesammelt, gesäubert und schließlich geröstet. Der so entstandene Kaffee ist ein äußerst teures Luxusprodukt, dass über einen besonders weichen Geschmack verfügen soll. Jährlich werden davon gerade mal rund 300 Tonnen produziert, die für einen Preis von ca. 30 Euro pro 100 Gramm im Handel erhältlich sind.

Die teuerste Teesorte der Welt?

Was der Panda wohl über den Tee aus seinem Kot denkt? ©pixabay/PublicDomainPictures

Was der Panda wohl über den Tee aus seinem Kot denkt? – © pixabay/PublicDomainPictures

Nun soll als Pendant zum exklusiven Kopi Luwak Kaffee auch ein Tee aus Panda-Kot auf den Markt kommen. Die Idee dazu stammt vom chinesischen Unternehmer und Kalligrafielehrer An Yanshi. Der Dung von Pandabären soll dabei als Dünger für den Tee dienen und so ein besonders hochwertiges Endprodukt hervorbringen. Der Geschäftsmann will es damit schaffen, die bislang teuerste Teesorte der Welt auf den Markt zu bringen. Über den Verkaufspreis des Tees aus Panda-Kot hat Yanshi auch bereits genaue Vorstellungen. Etwa 27.000 Euro soll ein halbes Kilo des Luxus-Tees kosten. Dies gilt jedoch nur für die erste Ernte, bereits die zweite Charge des Tees soll etwas günstiger erhältlich sein, aber immer noch etwa 2.300 Euro kosten. Der Panda-Kot sei dabei besonders reich an Nährstoffen und damit jedem handelsüblichen Dünger überlegen. Ein damit gedüngter Tee soll nicht nur beim Abnehmen behilflich sein und Krebs vorbeugen, sondern sogar vor gefährlicher Strahlung schützen. Seine chinesischen Landsleute reagierten auf diese Aussagen jedoch eher mit Spott, als mit Begeisterung. Die Idee zum Tee aus Panda-Kot kam dem Geschäftsmann bei einem Lehrgang über Pandas. Hier erfuhr er, dass die Tiere sich von Bambuspflanzen ernähren und nur etwa ein Drittel der enthaltenen Nährstoffe verarbeiten können. Der Rest wird über den Kot wieder ausgeschieden. Daher sieht Yanshi den Panda-Mist als den perfekten biologischen Dünger zur Teeproduktion.

Wie schmeckt der Tee denn überhaupt?

Teeplantage

Wunderprodukt oder Marketinggag? – © pixabay/FonthipWard

Um sein Geschäft zu starten, hat der Unternehmer gleich einmal ganze elf Tonnen Panda-Kot gekauft, die er von einer Zuchtstation für Pandas bezogen hat. Um sich vor Nachahmern zu schützen, ließ er seine Idee für Tee aus Panda-Kot sogar patentieren. Yanshi ist von seiner Idee derart überzeugt, dass er sogar seinen Beruf kündigte und in Interviews im Pandakostüm auftritt. Dennoch überlässt Yanshi bei seinem Tee aus Panda-Kot nichts dem Zufall und bedient sich sogar chinesischer Zahlenmystik, um den Erfolg seiner Geschäftsidee sicherzustellen. Der Einführungspreis von 219.000 Yuan hat gleich zweierlei Bedeutung. Die Zahl 21 repräsentiert das 21. Jahrhundert, während die 9 bei den Chinesen eine lange Lebenserwartung symbolisiert. Damit will der Geschäftsmann gleichzeitig die Modernität, als auch die gesundheitlichen Vorzüge seines Luxus-Tees hervorheben. Ob der Tee aus Panda-Kot nun wirklich das Wunderprodukt ist, als das der chinesische Unternehmer anpreist, ist unklar. Eins steht jedoch fest, der findige Geschäftsmann hat bereits jetzt einen Riecher für effektives Marketing bewiesen. Mit seiner ausgefallenen Idee konnte er sich weltweit ins Gespräch bringen und einen hohen Bekanntheitsgrad seines Produkts erreichen, bevor dies überhaupt im Handel erhältlich ist. Dabei steht noch nicht einmal fest, ob der Tee überhaupt schmackhaft ist, da Yanshi selbst noch keine Probe davon anzubieten hatte.

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