Der Delikatessenblogger

Edle Delikatessen. Und mehr.

Surströmming – Die Delikatesse aus Schweden

| Keine Kommentare

Surströmming ist eine schwedische Fischdelikatesse, die polarisiert. Lange Zeit galt diese Spezialität bei nordschwedischen Bauern als Alltagsspeise und Proviant für unterwegs. Inzwischen hat sich der Surströmming zu einer gefragten Delikatesse aufgeschwungen. Es ist schwierig einen Feinschmecker zu finden, der dieser schwedischen Spezialität neutral gegenüber steht – entweder man liebt sie oder man hasst sie. Übersetzt bedeutet der Name etwa so viel wie „saurer Hering“, was ja zuerst einmal recht harmlos klingt.

Tatsächlich handelt es sich bei der Speise um den Ostseehering, der im Frühjahr gefangen, gesalzen und in Holzfässern eingelegt wird. In den Fässern gärt der Fisch erst einmal ein paar Monate vor sich hin, bevor er schließlich einen Monat vor Beginn der Verkaufssaison in Dosen abgepackt wird. Zu diesem Zeitpunkt ist der Gärungsprozess noch nicht abgeschlossen und der Surströmming reift auch in den Dosen noch weiter vor sich hin. Im August kommt die Ware schließlich in den Handel. Durch die Gärungsgase entsteht in der Dose ein hoher Druck, wodurch sich die Außenwand ausbeult und verformt. Der lange Gärungsprozess sorgt auch für den penetranten Gestank, für den diese Delikatesse berüchtigt ist.

Der Verkauf dieser Spezialität beginnt in Schweden jedes Jahr zum dritten Donnerstag des August und gilt dort als Tradition. Die sogenannte Surströmming-Premiere bezieht sich auf eine alte Richtlinie des schwedischen Königshauses von 1937. Durch diesen Erlass sollte sichergestellt werden, dass der Gärungsprozess des Fisches abgeschlossen ist, bevor er in den Handel kommt und er somit bedenkenlos gegessen werden kann. Diese Richtlinie wurde in den 80er Jahren wieder aufgehoben, die schwedischen Hersteller richtigen sich aber weiterhin nach dieser Tradition.

Vorsicht beim Öffnen der Dosen! Durch den hohen Innendruck kann die stinkende Flüssigkeit in der Dose herausspritzen. Um dies zu verhindern, orientiert man sich am besten an Öffnungstechniken, die auch von den Schweden angewandt werden. Idealerweise füllt man einen Eimer mit Wasser und sticht die Dose im Eimer an. Durch den Gegendruck des Wassers wird so ein unkontrolliertes Herausspritzen des Doseninhalts verhindert. Falls kein Eimer zur Verfügung steht, kann man die Dose auch einfach gekippt halten, wodurch sich die Flüssigkeit im unteren Ende der Dose ansammelt. So kann man den Behälter gefahrlos am anderen Ende öffnen. In beiden Fällen sollte die Konserve aber auf jeden Fall im Freien geöffnet werden! Der Gestank ist sehr intensiv und wird von einigen mit einer Jauchegrube verglichen. Einer deutschen Mieterin wurde 1981 sogar fristlos die Wohnung gekündigt, da sie Surströmming im Treppenhaus verteilte.

Zur Zubereitung dieser Delikatesse gibt es in der schwedischen Küche eine Vielzahl an Rezepten. In Nordschweden etwa wird diese Speise gern mit Fladenbrot, Pellkartoffeln, gehackten Zwiebeln und saurer Sahne serviert. Zum Herunterspülen wird ein Glas Milch und anschließend ein Schnaps gereicht.

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie aus dem nächsten Schwedenurlaub ein paar der Dosen mitbringen möchten. Bei einigen Airlines (u.a. Air France und British Airways) ist die Mitnahme an Bord auf Grund von Explosionsgefahr strikt verboten!

Wer sich selber nicht an die Delikatesse ran traut, kann sich auch auf Youtube dieses Video anschauen und so einen ersten Eindruck vom durchdringenden Gestanks dieser Speise kriegen:

http://www.youtube.com/watch?v=W7wJZ2apWyk&feature=fvwrel

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.