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Olivenöl als Delikatesse?

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Ich nehme es zum Kochen und Braten, ich benutze es in meinem Salatdressing. Eine mir bekannte Hebamme empfiehlt, Neugeborene mit Olivenöl einzuölen. Ich muss zugeben dass ich Olivenöl mag. Der sehr eigene Geschmack gefällt mir gut und hebt sich klar vom eher faden Sonnenblumen-Tausendsassa Öl ab.
Aber Öl als Delikatesse? Ist das nicht etwas übertrieben? Geht man da nicht einen Schritt zu weit?

In vielen Restaurants, das konnte ich schon seit längerem beobachten, wird vorweg oft und gerne Brot mit feinem Olivenöl und Salz gereicht. Schlecht schmeckt das sicherlich nicht, aber so recht will sich bei mir auch keine Euphorie entwickeln. Dann war ich jedoch letzten Sommer im Urlaub auf Sardinien. Jener herrlichen Italienischen Mittelmeerinsel, welche für ihr kristallklares Wasser und hübschen Strände bekannt ist. In einem netten Lädchen in der Stadt Alghero, im Nord-Westen der Insel gelegen, kam ich mit dem Verkäufer von regionalen Köstlichkeiten ins Gespräch. Dieser bot mir viele Dinge zum Probieren an. Ganz am Ende bot er mir verschiedene sardische Olivenöle an. Da war es um mich geschehen: solch eine Vielfalt an verschiedenen Fruchtnoten, Würze und Nussigkeit habe ich selten vernommen. Natürlich habe ich ein paar Flaschen für mich und meine Freunde mitgenommen; auch diese waren begeistert.

Doch was macht Olivenöl so schmackhaft? Beziehungsweise warum schmeckt manch ein Olivenöl langweilig? Letztendlich ist es wie bei allen Naturprodukten: auf die Pflanze und deren Pflege und Bewirtschaftung kommt es an. Der Geschmack des Öls wird beeinflusst von der Sorte, von der Wasserversorgung der Bäume, von der Reinheit des Ernteguts und von der Sorgfalt bei der Verarbeitung. Olivenöl gibt es in verschiedenen Güteklassen, aber nur drei sind auf dem deutschen Markt erhältlich. Da wäre die höchste Güteklasse, das „native Olivenöl extra“. Dieses besitzt einen sehr niedrigen Säuregehalt und wurde schonend kaltgepresst und ohne übermäßige Temperatureinwirkung hergestellt. Das Öl hierfür stammt aus erster Pressung. Das „native Olivenöl“ hingegen darf auch aus zweiter Pressung stammen und einen etwas höheren Säurepegel erreichen. Das einfache „Olivenöl” ist eine Mischung mehrerer raffinierter Öle und nativem Öl. Je höher hierbei der Anteil an nativem Olivenöl, desto intensiver ist der Geschmack nach Oliven. Bei den Geschmacks Nuancen variiert das Aromenspektrum zwischen Mandel, Äpfeln, süß, scharf, fruchtig, bitter, herzhaft und so weiter. So groß die Menge der Anbaugebiete von Oliven im Mittelmeerraum, so groß ist auch die Fülle an verschiedenen Aromen. Es lohnt sich daher, Olivenöle aus den verschiedenen Ländern zu kosten, zum Beispiel unter den Oberpunkten: „Olivenöle der Insel Kreta“. Solch ein Vergleich ist interessant und schult den Gaumen. Zudem kommt, dass Olivenöl als sehr gesund betrachtet wird. In der Antike hat man Olivenöl sogar als Heilmittel angewandt.

Aber ist es nun auch eine Delikatesse? Wenn man bedenkt, dass Olivenöl in guten Qualitäten in jedem Discounter zu bekommen ist, fällt der Gedanke an eine exklusive Delikatesse schwer. Schaut man jedoch in Feinkostläden, so entdeckt man Öle zu horrenden Preisen und mit schicker Ausstattung. Meiner Meinung nach ist Olivenöl ein kostbares und gesundes Alltagsgut, mit dem man sorgsam umgehen sollte. Eine Delikatesse ist Olivenöl jedoch nicht, dafür ist es einfach schon zu sehr Teil unseres Alltags geworden.

Ein Kommentar

  1. Auf jeden Fall sollte man Olivenöl als Delikatesse ansehen. Bei einem guten Olivenöl reicht es auch als Dip für ein leckeres Weißbrot aus. Ich hatte vor einiger Zeit ein hausgemachtes Olivenöl aus Italien geschenkt bekommen. Da habe ich gerne Gemüse und Fleisch angebraten und ordentlich Olivenöl in die Pfanne, war einfach super lecker! Kann ich nur empfehlen.

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